philosophie des raumes

marc mer

P H I L O S O P H I E   D E S   R A U M E S

 

kunsttheorie | architekturtheorie | medientheorie

intermediale ├Ąsthetik der k├╝nste und des alltags

 

 

marc mer

von werden und gewordensein

 

kunst wird.
kunstwerk ist geworden.
im kunstwerk hat gewordenes die form des bleibens.
kunstwerk ist bleibe dessen, was aus kunst geworden ist.
kunst ist aber nicht, was im kunstwerk bleibt.
was geworden ist, ist weder wie noch woraus es geworden ist.

werden, das bleibt, wird niemals gewordenes.
werden, das bleibt, kann alles werden, nur nicht gewordenes.
werden, das bleibt, bleibt werdendes.
werden, das bleibt, bedeutet fortgesetztes werden.

in der kunst hat werden die form des bleibens.
in der kunst ist die form des bleibens von werden freilich von ganz anderer art
als die form des bleibens von gewordenem im kunstwerk.

gewordenes braucht nicht nur platz zum bleiben.
gewordenes braucht beherbergung, um zu bleiben.
gewordenes wird beherbergtes durch beherbergendes.

beherbergendes und beherbergtes begr├╝nden einander in existentialistischem gebrauch.
beherbergendes und gewordenes sind komplement├Ąre formen eines reflexiven systems.
beherbergendem erf├╝llt sich sein sinn nur mit beherbergtem.

gewordenes sucht, in beherbergendem bestand zu haben.
gewordenes bleibt unter beherbergung jedoch nicht, was geworden ist.
gewordenes, noch nicht beherbergt, ist, beherbergt, zum zweiten mal gewordenes.
gewordenes hat in beherbergendem auch nur als gewordenes zweiter ordnung bestand.

kunst, die wird, beherbergt, ist mit einem mal kunstwerk gewordene.
kunst, die wird, beherbergt, ist gewordenes kunstwerk, immer schon,
von beginn ihrer beherbergung an.

werden beherbergt sich nicht.
werden beherbergt sich nicht, es sei denn in sich selbst.

gewordenes ist beherbergt.
gewordenes beherbergt sich zwar genauso auch in sich selbst.
gewordenes beherbergt sich aber mehr noch in einer herberge, die nicht es selbst ist.

weder kann nichtgewordenes je sein, noch gewordenes ohne werden.
werden bedeutet, dass gewordenes noch nicht ist.
werden bedeutet auch, dass gewordensein, falls k├╝nftig ├╝berhaupt eines sei,
noch nicht in sicht ist.

nichts gewordenes ist noch da.
aber werden ist schon.
werden ist dennoch nicht schon da.

werden bedeutet weder, dass gewordenes, noch dass kein gewordenes je sein wird.
werden ist jedenfalls ohne gewordenes.
werden bleibt nicht unbedingt ohne gewordenes,
genausowenig, wie es gewordenes bedingt.
werden, selbst wenn es ohne gewordenes bleibt, ist gleichwohl nicht nichts.
doch wie das nichts hat werden keine form.
werden hat solange keine form, wie sich in ihm noch kein gewordenes andeutet.

werden, beherbergt, ist in form gebracht.
die herberge gibt dem werden eine form.
die herberge gibt dem werden nicht seine form.
werden, ohne form an sich, l├Ąsst sich unm├Âglich seine form geben.
die herberge gibt dem werden ihre form.

werden, ohne form an sich, erh├Ąlt form in seiner betrachtung.
betrachtung hat form.
die form der betrachtung formt das betrachtete.
mit ihrer betrachtungsweise schreibt die herberge beherbergtem
die form seiner betrachtung vor.
betrachtung von werden deutet ihm noch nicht gewordenes vor.

haus ist gebaute betrachtungsweise.
haus ist gebaute betrachtungsweise, die fest steht.
haus spitzt sich im museum zu.
haus ist gebaute betrachtungsweise, die als museum fester als fest steht.

werden, ohne form an sich, brauche sich im falle seiner beherbergung
ihrer form nicht anzunehmen, gibt die herberge vor.
werden werde in der herberge werden bleiben k├Ânnen, t├Ąuscht sie es ├╝ber ihren sinn.

werden bestimmt die herberge das ausmass seines gewordenseins.
werden kann im haus anwachsen, bis es voll ist.
werden zeitigt im haus ein volles.

es ist keineswegs nur ein werk der zeit, wenn das haus voll geworden ist.
es ist genausosehr auch ein werk des hauses, dass es voll geworden ist.
es ist ausserdem auch ein werk des zeugs, das das haus voll gemacht hat.

haus, einmal geworden, bleibt nicht leer.
haus f├╝llt sich mit zeug.
haus sucht zeug heim.
zeug sucht haus heim.
zeug sucht sich zu behausen.
haus sucht sich zu bezeugen.
haus will beheimaten.
zeug will beheimatet werden.
zeug sucht sich sein heim im haus.
haus sucht sich sein heil im zeug.

zeug zeugt nicht von seinem werden.
zeug zeugt von seinem gewordensein.
zeug zeugt mit seinem gewordensein von seinem behaustseinwollen.
zeug bezeugt mit seinem gewordensein die notwendigkeit seines behaustwerdens.
zeug behauptet sich.
zeug macht sich das zeigen seines gewordenseins zur hauptsache.

zeug, behaust, zeigt die notwendigkeit seines gewordenseins.
zeug zeigt im betrachtetwerden, in dem es sich behaust,
die notwendigkeit seines gewordenseins.
zeug behaust sich im betrachtetwerden.

zeug zeugt nicht von seiner zeugung.
zeug zeugt auch nicht von der zeugung anderen zeugs.
zeug zeugt von der zeugung seiner behausung.
zeug bezeugt sein behaustwordensein.

kunst wird.
kunstwerk ist geworden.
kunst, die wird, so will es ihr betrachter,
und vor allem seinetwegen wohl will sie es auch selbst,
deutet ein noch nicht gewordenes kunstwerk bereits an.
kunst, die wird, deutet bereits an, da├č ein noch nicht gewordenes kunstwerk
an ihrem ende stehen werde.

wann kunstwerk zustandekomme, sei nur eine frage der zeit.
wann kunstwerk zustandekommt, ist vielmehr aber eine frage des hauses.
wann kunstwerk zustandekommt, ist schlie├člich eine frage nach dem haus, das es aufnehme.

wenn die zeit des hauses gekommen ist, kommt kunstwerk zu stande.
wenn von kunst im haus die rede sein kann, dann nur von zum kunstwerk gewordener.
werden zeigt sich im haus unterbrochen.
werden wird nicht im haus unterbrochen.
werden ist im haus unterbrochen, mit einem mal, unmittelbar.

kunst wird nicht im haus, noch ist je in einem eine geworden.
im haus steht das gewordene kunstwerk.
im haus steht das gewordene kunstwerk, um betrachtet zu werden.
im haus steht das gewordene kunstwerk, um betrachtet zu werden, still.
nicht kunst gibt es in h├Ąusern zu betrachten, sondern kunstwerke, die stillstehen.

im haus h├Ąlt kunst still.
im haus h├Ąlt das wilde tier still.
kunst im haus ist domestiziert.
kunst im haus ist hauskunst.
tier im haus ist haustier.
tier im haus ist wie kunst im haus.
hauskunst ist wie das haustier.
hauskunst hat sich wie das haustier unterworfen und angepasst.

tier im haus ist zum haustier geworden.
kunst im haus ist zum kunstwerk geworden.
im haus ist der wolf auf den hund gekommen.
im haus ist die kunst auf das kunstwerk gekommen.

kunstwerk ist da.
kunstwerk steht da.
kunstwerk h├Ąlt still.

werden wird.
werden kommt vor gewordensein.
werden ist dennoch nicht zu orten.
werden hat keinen ort.
werden ist kein vorort von gewordenem.

werden ist nicht da, weder zeitlich noch r├Ąumlich.
wenn das werden da zu sein beginnt, hat es ein ende.
wenn das werden dasein hat, ist es gewordenes.

gewordenes steht still.
gewordenes ist stillgestelltes werden.
gewordenes h├Ąlt zum betrachtetwerden still.

werden ist im dastehen und stillhalten zur betrachtung gewordenes.
in gewordenem ist kein werden mehr.
an gewordenem ist wieder werden.
betrachtetwerden ist die form von werden, die an gewordenem wirkt.

herausgeschnittenes st├╝ck werden ist gewordenes.
herausgeschnittenes st├╝ck kunst ist kunstwerk.
herausgeschnittenes st├╝ck raum ist haus.
herausgeschnittenes st├╝ck werden ist gewordener gegenstand.
herausgeschnittenes st├╝ck raum ist auch gegenstand.

gegenstand steht entgegen.
gegenstand steht werden entgegen.

werden versteht sich als ganzes.
werden ist ganzes werden.
werden, das ganzes werden ist, versteht sich freilich nicht als eines,
das dereinst zu einem ganzen geworden sein werde.

das haus ist dem fetischisten gewidmet.
das haus ist dem liebhaber der kunstwerke gewidmet.
das haus ist nicht dem liebhaber der kunst gewidmet.
das haus ist eine erfindung des fetischisten.

der fetischist liebt den herausgeschnittenen raum und
die herausgeschnittenen gegenst├Ąnde, die er darin versammelt hat.
dem fetischisten ist im haus anstelle von kunst das kunstwerk sicher.
der fetischist streift gerne durch das haus, betrachtet das standbild der nackten frau,
das darin steht, ├╝ber den st├Âckelschuhen ihr leeres kleid.
der fetischist betrachtet das standbild der nackten frau am liebsten, 
derweil sie au├čer haus ist.

gewordenes wird nicht.
gewordenes ist.
gewordenes wird nicht mehr.
gewordenes ist nicht mehr werden.
gewordenes wird gleichwohl mehr.
gewordenes wird mehr, bis das haus voll ist.
gewordenes wird dann nicht mehr mehr.

gewordenes wird da dann nicht mehr mehr.
gewordenes ist dann woanders.
gewordenes wird dann woanders mehr.

werden im haus zeitigt ein volles haus.
werden im haus zeitigt ein haus, voll von gewordenem.
werden im vollen haus geht au├čer haus.
werden au├čer haus zeitigt ein volles zwischen h├Ąusern.

haus, schon voll geworden, zeitigt volles von haus zu haus.
haus, schon vollgeworden, zeitigt eine volle stadt.

werden steht gewordenes in form entgegen.
werden vorformen zu wollen, bedroht es existentiell.
werden vorformen zu wollen, deutet es in gewordenes um.

haus, leer, steht werden entgegen.
haus, voll, steht werden entgegen.

werden durchzeitigt raum.
raum durchformt werden.
raum ist passage des werdens.

passage ist nicht formlos.
passage hat form.
passage ist vor├╝bergehende herberge.
passage ist form gewordener durchgangsraum.
passage hat in der stadt die form des hauses.

haus ist raum, geformt.
haus ist raum, der formt.
haus ist dem werden durch raum gegenstand.

haus ist automatisierter raum.
haus ist raum, der automatisiert.
haus ist automatisierter raum, der seinen passagier automatisiert.

automatisierung ist formalisierung von werden.
automatisierung von werden stellt gewordenes her.
automatisierung von werden automatisiert sein verschwinden.
automatisierung von werden automatisiert sein verschwinden in gewordensein.

werden passt nicht in gewordenes.
werden passt nicht durch gewordenes.
werden passt nicht durch gewordenes, ohne selbst in gewordensein zu enden.
werden begegnet gewordensein in form der passage.

passage durch gewordenes formt werden.
passage passt keinem werden.
passage hat form, werden keine.
passage formt aus werden gewordensein, immer.

in der passage sucht gewordensein werden heim.
in der passage entgeht werden der heimsuchung durch gewordensein niemals.

kunst, die wird, beherbergt, ist automatisch gewordenes kunstwerk.
kunst, die wird, beherbergt, ist auf automatischem wege gewordenes kunstwerk.
kunst, die wird, beherbergt, ist durch passage gewordenes kunstwerk.
kunstwerk ist passagenwerk.

herberge, auch vor├╝bergehende, stellt automatisch kunstwerk her aus kunst.
kunstwerk stellt automatisch aus vor├╝bergehender herberge bleibende her.
kunstwerk und herberge vereinen sich
zu einem automatischen beziehungssystem reflexiver stabilisierung.
herberge, wenn auch nur vor├╝bergehend, ist doch schon automat genug,
der kunst in der herstellung von kunstwerk stabilisiert.
kunstwerk ist automat, der vor├╝bergehende herberge
in der herstellung von bleibender stabilisiert.
herberge ist automat, der kunst formt, bis gewordensein des kunstwerks ist.
kunstwerk ist automat, der die herberge wandelt, bis sie ihm,
eben noch vor├╝bergehend, bleibt.
herberge, automatisch zum bleiben gebracht, und kunstwerk, kunst,
automatisch in gewordensein gebracht, bedingen sich im fortbestehen gegenseitig.

passage, von der form des hauses, verlangt ihrem passagier gezeugtes ab.
passage verlangt von werden die zeugung von gewordenem.
passage verlangt von werden die hinterlassenschaft von gewordenem.

haus automatisiert das verschwinden des werdens in gewordensein.
haus melkt kunstwerk aus kunst.

werdens hinterlassenschaft ist gewordensein.
werden, festgehalten, hinterl├Ąsst moment.

moment, verfestigt, hinterl├Ą├čt monument.
moment steckt im monument nicht mehr.
moment scheint im betrachtetwerden des monuments wider.

gewordenes steht.
gewordenes steht, bis es f├Ąllt.
gewordenes, das steht,  kann wohl noch fallen.
gewordenes, das f├Ąllt, steht weiter, wenn es gefallen ist.

werden nicht, sondern gewordensein erscheint.
werden scheint im gewordensein nach.
werden ist, was der fall ist.
werden ist im gewordensein zu fall gebracht.
geworden ist, was gefallen ist.

kunst wird nicht im haus.
kunst ist im haus zu fall gebracht worden.
kunst, die gefallen ist, hat die form des kunstwerks.
kunst, die gef├Ąllt, hat die form des kunstwerks.
kunst, die gefallen ist, wie es gef├Ąllt, hat die form des kunstwerks.

geworden sein wird, was gef├Ąllt.
geworden sein wird, was gefallen ist, wie es gef├Ąllt.

betrachtet werden wird, was gefallen ist, wie es gef├Ąllt.
betrachtetwerden steckt schon in dem, was gefallen ist, wie es gef├Ąllt.
betrachtetwerden ahmt betrachtetwordensein nach.

gewordenes, das werden nachahmt, gibt werden von sich vor.
gewordenes bringt, werden nachzuahmen, zustande.
werden bringt, gewordenes nachzuahmen, nicht zustande.
gewordenes, das werden nachahmt, bringt nur werden
im betrachtetwerden an sich zustande.

gewordenes, das gewordenes, das f├Ąllt, nachahmt, bringt sich nicht selbst zu fall.
gewordenes, das gewordenes, das f├Ąllt, nachahmt, bringt kein werden im fallen zustande.
gewordenes, das gewordenes, das f├Ąllt, nachahmt, bringt werden im fallen zu stande.
gewordenes, das vorgibt, es falle, bringt sich damit nur noch fester zu stehen.

ein kunstwerk, das f├Ąllt, nachzuahmen, zeitigt nicht, was in der kunst der fall ist.
ein kunstwerk, das f├Ąllt, nachzuahmen, zeitigt ein kunstwerk, das vorgibt, es falle.
ein kunstwerk, das f├Ąllt, nachzuahmen, zeitigt ein kunstwerk,
das im betrachtetwerden vorzugeben, es falle, sockelt.

gewordenes, das steht, nachzuahmen, lohnt sich erst gar nicht,
wo doch gewordenes, das f├Ąllt, nachzuahmen,
jedenfalls schon gewordenes, das steht, zeitigt.

haus, das steht, nachzuahmen, so steht deshalb zu bef├╝rchten,
werde jedenfalls haus zeitigen, sogar in seiner zugespitzten form.
haus nachzuahmen, wird wohl ganz wie von selbst museum zeitigen.

automat ist haus.
automatisierung ist heimsuchung.
automatisierung sucht gar haus mit haus heim.

automatisierung l├Ąsst werden ins haus fallen.
automatisierung l├Ąsst werden im haus in gewordenes fallen.
automatisierung stillt werden im haus.
automatisierung stellt gewordenes, gefallen, still im haus auf.

automatisierung l├Ąsst auch haus ins haus fallen.
automatisierung stillt auch haus im haus.
automatisierung stellt auch haus, gefallen, still im haus auf.

werden steht nicht still.
da werden nicht still steht, steht es auch nicht da.
da werden weder da steht, noch still h├Ąlt, ist betrachtetwerden nicht mit ihm der fall.
wenn werden aber still und da steht, ist es ganz zur betrachtung hingegeben gewordenes.

gewordenes ist in betrachtetwerden gefallenes werden.
gewordenes verf├Ąllt betrachtetwerden.

gewordene ist kunst erst im kunstwerk, zuvor wird sie.
gewordensein herrscht im kunstwerk.
geworden sein hei├čt, kein werden mehr in sich, aber werden an sich zu haben.
geworden sein hei├čt, seinem betrachtetwerden hingegeben zu sein, sofort und ganz.

standbild ist gewordenes.
standbilds unmittelbare herberge hei├čt sockel.

auf dem sockel steht das standbild.
auf dem sockel steht das standbild still.
auf dem sockel im haus steht das standbild dann noch stiller.
auf dem sockel im museum steht das standbild dann am stillsten.

kunst wird.
kunstwerk wird nicht.
haus wird nicht.
kunstwerk ist geworden.
haus ist geworden.
kunstwerk steht fest.
haus steht fest.

kunstwerk steht auf dem sockel.
kunstwerk sockelt auch schon in sich selbst.
haus ist sockel, zur schachtel geworden.
haus ist schachtel, die aus sockel entstand.
haus ist sockel, zur stadt geworden.

haus ist schachtel, die, leer, aus sockel geworden ist.
haus ist schachtel, die, voll, sockel wiederherstellt.
schachtel ist, sinnerf├╝llt, voll.
schachtel, voll, ist sockel.
schachtel ist, vollendet, sockel.

die volle schachtel formt den leeren sockel.
die volle schachtel vollendet sich im leeren sockel, dem sie entstand.
die volle schachtel zeigt sich als leerer sockel, der sie ist.
der schachtel sinn ist, voll zu werden, bis sie leerer sockel ist.
der schachtel weitester sinn ist, der schachteln vollste und der sockel leerster zu werden.
der schachteln vollste und der sockel leerster ist das haus f├╝r kunst,
die auf das kunstwerk gekommen ist.

gewordenes ist standbild.
gewordenes ist standbild, das ganz still stehen will.
gewordenes ist standbild, das ganz still stehen will, um wieder zu gehen.
gewordenes ist standbild, das ganz still steht, f├╝r werden im betrachtetwerden.
gewordenes ist standbild, das sich im betrachtetwerden gehen macht.

das haus ist die dem standbild von der nackten frau gebaute betrachtungsweise.
das haus ist die gebaute betrachtungsweise des fetischisten.
das haus des fetischisten holt die frau im kleid von der stra├če.
das haus des fetischisten holt die frau von der stra├če aus dem kleid.

die frau von der stra├če steht im haus des fetischisten ihres kleides entbl├Âsst.
die frau von der stra├če steht im haus des fetischisten zwar nackt,
doch immerhin noch neben ihrem kleid.
die frau, nackt neben dem kleid, hat noch kleid bei sich.
die frau aber, die nackt aus dem haus des fetischisten auf die stra├če geht,
hat kein kleid mehr bei sich.
das kleid der nackten frau hat der fetischist in seinem haus behalten.

die nackte frau ist im kleid von der stra├če in das haus gegangen.
die nackte frau kehrt ohne kleid aus dem haus auf die stra├če zur├╝ck.
die nackte frau geht im kleid ihrer nacktheit durch die stra├čen der stadt.

die nacktheit der frau, die sich f├╝r weiser als die lehre des philosophen h├Ąlt, irrt.
die nacktheit der frau, obschon nicht weiser als die lehre des philosophen,
ist freilich so weise, der lehre des betrachters zu entsprechen.

die frau steht nackt im haus des fetischisten und h├Ąlt still.
die frau ist nacktes standbild im haus des fetischisten.
das nackte standbild ergeht sich in betrachtetwerden.
das nackte standbild macht sich im betrachtetwerden gehen.
das nackte standbild geht in betrachtetwordensein auf die stra├če.
das nackte standbild bleibt in betrachtetwordensein auf der stra├če stehen.

betrachtetwerden wirkt an gewordenem.
betrachtetwerden wirkt an der nackt gewordenen frau.
betrachtetwerden wirkt an der nackt gewordenen frau, die im haus des fetischisten still h├Ąlt.
betrachtetwerden wirkt am standbild von der nackten frau, bis es auf die stra├če geht.
betrachtetwordensein wirkt am standbild von der nackten frau,
das auf die stra├če gegangen ist, bis es auf der stra├če stehen bleibt.

auf der stra├če steht die frau nicht splitternackt.
auf der stra├če steht die frau im kleid der splitter ihrer nacktheit.
auf der stra├če steht die frau im kleid ihrer herausgeschnittenen nacktheiten.
auf der stra├če steht die frau im kleid der aus all ihrer nacktheit
bisher herausgeschnittenen st├╝cke.

die nackte frau ist eine abstraktion.
die nackte frau ist aus dem kleid abstrahiert.
die nackte frau ist abstrakt, herausgezogen aus ihrem kleid.
die nackte frau auf der stra├če ist doppelt abstrakt, herausgezogen aus kleid und haus.

die abstraktion der nackten frau ist eine attraktion.
abstrakt ist die nackte frau attraktiv.
abstraktion macht die nackte frau attraktiv.
die frau, die sich auszieht, zieht betrachtung auf sich.

die frau, die sich auszieht, ├╝berzieht sich.
die frau, die sich auszieht, ├╝berzieht sich mit ausgezogensein.
die frau, die sich auszieht, ├╝berzieht sich mit ihrem auszug aus dem kleid.

die frau, die sich entkleidet, kleidet sich in entkleidetsein.
die frau, die sich entkleidet, kleidet sich freilich nicht in ihr eigenes entkleidetsein.
die frau, die sich entkleidet, kleidet sich in die nacktheit entkleideter frauen.

die frau, die aus dem kleid auszieht, ├╝berzieht sich mit nacktheit.
die frau, die aus dem kleid auszieht, zieht in die nacktheit ein.
die frau, die aus dem kleid auszieht, zieht in die nacktheit um.
die frau, die sich nackt auszieht, wirkt nackt ├╝berzogen.

die frau, die sich nackt auszieht, ├╝berzieht ihre nacktheit mit betrachtetwerden.
die frau, die sich nackt auszieht, ├╝berzieht ihre nacktheit mit
dem betrachtetwordensein nackter frauen.

die frau, die sich nackt auszieht, um sich nackt zu zeigen, ├╝bersieht,
wie sie sich im betrachtetwerden mit betrachtetwordensein ├╝berzieht.
die frau, die ihr kleid auszieht, um sich nackt zu zeigen, ├╝bersieht,
da├č sie sich dabei das kleid der nackten frau anzieht.

die frau, die sich auszieht, um sich auszuziehen,
stellt die frage nach der ├╝berziehung des systems der beziehungen
zwischen dem ausziehen und dem anziehen im betrachtetwerden.
die frau, die sich in ausgezogensein ausgezogen sehen lassen will,
├╝berzieht den rahmen der m├Âglichkeiten, den betrachtetwerden bereitstellt.

die frau, die sich um des entkleidetseins willen entkleidet,
fragt nach ihrer entkleidung im betrachtetwerden.
die frau, die sich um des entkleidetseins willen entkleidet,
kennt entweder die ordnung im betrachtetwerden nicht, oder tr├Ągt sich,
wenn sie sie kennt, mit umst├╝rzlerischen absichten.

die frau dagegen, die sich in ausgezogensein angezogen zeigen will,
unterzieht sich willig den bedingungen, die betrachtetwerden aufstellt.
die frau, die sich anzieht, wenn sie sich auszieht,
best├Ątigt die ordnung im betrachtetwerden.
die frau, die sich auszieht, wenn sie sich anzieht,
bedeutet gefahr f├╝r die ordnung im betrachtetwerden.

├╝berzogensein kennzeichnet der frau entkleidetsein im betrachtetwerden.
├╝berzogenheit kennzeichnet allein schon die blosse absicht der frau
auf entkleidetes entkleidetsein im betrachtetwerden.

betrachtetwerden zieht ausgezogenes ausgezogenseinwollen gleichwohl an.
betrachtet werden wollen viele, die sich ausziehen, um sich ausgezogen sehen zu lassen.
betrachtetwerden aber kleidet jede nackte frau mehr denn sonst ein kleid.

betrachtetwerden f├╝r betrachtetwerden wird keine nacktheit mehr.
nacktheit ist mit nacktheit ├╝berschrieben worden, immer wieder.
nacktheit ist dar├╝ber kleid geworden.
nacktheit ├╝ber nacktheit ist kleid geworden, durch die ganze stadt.

blick f├╝r blick wird bild.
wort f├╝r wort wird satz.
satz f├╝r satz wird text.

satz f├╝r satz ├╝berschreibt satz satz.
text f├╝r text ├╝berschreibt text text.
kultur ist endloser text.

gewordenes wird ├╝ber gewordenes geschrieben.
gewordenes wird mit gewordenem ├╝berschrieben.
gewordenes, das mehr wird, wird dichter.

feld mit feld ├╝berschrieben, immer wieder, ist dar├╝ber schwarz geworden.
feld, schwarz, ist kultureller platz.

kultureller platz entsteht multipler kopulation.
kultureller platz gibt multipler kopulation raum.
kultureller platz gibt zu multipler kopulation anlass.

was sich ├╝bereinanderlegt, schw├Ąrzt raum.
wo raum sich geschw├Ąrzt hat, schreibt ├╝bereinanderlegen sich fort.

haus, mit zeug ├╝berschrieben, immer wieder, ist dar├╝ber zeughaus geworden.
frau, mit haus ├╝berschrieben, immer wieder, ist dar├╝ber hausfrau geworden.
haus, mit haus ├╝berschrieben, immer wieder, ist dar├╝ber stadt geworden.

betrachtetwerden f├╝r betrachtetwerden wird betrachtetwordensein.
betrachtetwerden legt sich ├╝ber betrachtetwordensein.
betrachtetwerden wiederholt betrachtetwordensein.

im betrachtetwerden ahmt die frau, die nackt durch die stadt geht, immer eine frau,
die nackt durch die stadt geht, nach.
die frau, die nackt durch die stadt geht und eine frau nachahmt,
die nackt durch die stadt geht, tr├Ągt die, welche sie nachahmt, als kleid am leib.

nacktheit f├╝r nacktheit wird kleid.
nacktheit, die betrachtet wird, kleidet sich in betrachtetwordensein.
nacktheit, die betrachtet worden ist, kleidet sich in betrachtetwerden.
nacktheit ist schlie├člich kleid aus lauter nacktheit.
nacktheit ist schlie├člich kleid aus lauter schon betrachteter nacktheit.

├╝ber die frau, die im kleid durch die stra├čen der stadt geht, legt sich die frau,
die nackt im haus steht.
├╝ber die frau, die nackt im haus steht, legt sich die frau,
die nackt durch die stra├čen der stadt geht.
├╝ber die frau auf der stra├če legt sich die frau im haus.

das haus des fetischisten ist die der frau auf der stra├če gebaute betrachtungsweise.
das haus des fetischisten steht ├╝berall.
das haus des fetischisten beherrscht die ganze stadt.

die frau, die durch die stra├čen der stadt geht, entgeht dem haus des fetischisten nicht.
der fetischist hat sein haus zu beiden seiten der stra├če gebaut.
der fetischist hat die ganze stadt domestiziert.

frau in der stadt ist frau im haus.
frau auf der stra├če ist frau im raum zwischen zwei h├Ąusern.
frau auf der stra├če ist frau in einer schachtel zwischen zwei schachteln, die h├Ąuser sind.
frau auf der stra├če ist frau in einer schachtel, die haus ist, zwischen zwei schachteln,
die h├Ąuser sind.
frau auf der stra├če ist im haus von haus zu haus unterwegs.

frau, die auf der stra├če geht, ist im haus von haus zu haus bewegtes standbild.
frau, die auf der stra├če geht, steht im haus von haus zu haus.
frau, die durch die stra├čen der stadt geht, durchsteht das haus,
das von jedem haus zu jedem haus reicht.

von haus zu haus des fetischisten ist haus des fetischisten.
von haus zu haus des fetischisten steht das haus des fetischisten voll der frau,
die durch die stra├čen der stadt geht.

die stadt steht voll von standbildern der frau im kleid der nacktheit.
die stadt steht voll der nackten frau im leeren kleid.
die stadt steht voll der nackten frau, gekleidet in ihr leeres kleid,
das im haus des fetischisten geblieben ist.

die nackte frau schaut der fetischist ├╝berall in der stadt in form des leeren kleides,
das er von ihr in seinem haus behalten hat.
die nackte frau schaut der fetischist ├╝berall in der stadt in form der braut,
deren nacktem fleisch das kleid, das leer in seinem haus steht, genau passt.

von haus aus zeigt sich die stadt voll nackter br├Ąute.
von stadt aus zeigt sich das haus voll leerer kleider.

die braut, von ihren junggesellen entkleidet, wie es scheint,
ist weder von ihren junggesellen entkleidet worden, noch ist sie ├╝berhaupt entkleidet worden.
die braut, von ihren junggesellen entkleidet, wie es scheint, ist das werk des fetischisten.
die braut, von ihren junggesellen entkleidet, wie es scheint,
ist das standbild von der nackten frau, die aus dem haus des fetischisten,
das ihr leeres kleid behalten hat, auf die stra├če gegangen ist.

die nackte braut ist gar keine nackte braut.
die nackte braut ist die in ihr leeres kleid gekleidete nackte braut.

das haus des fetischisten ist ein automat.
das haus des fetischisten sorgt f├╝r die automatische heimsuchung der frau in der stadt.

das haus des fetischisten ist in technologischem sinne von kannibalistischer natur.
das haus des fetischisten frisst die frau von der stra├če und beh├Ąlt ihr kleid leer im haus.
das haus des fetischisten stellt am laufenden band standbilder
von der nackten frau auf die stra├če.
das haus des fetischisten stellt, voll geworden, die leeren kleider von der nackten frau
zwischen ihre standbilder auf die stra├če.

voll der standbilder von der nackten frau steht die stadt.
voll der leeren kleider von der nackten frau steht die stadt zugleich.

das haus des fetischisten zeugt eine stadt voll nackter frauen in einer stadt voll leerer kleider.
das haus des fetischisten zeugt die nackte frau, die im kleid, das leer steht,
durch die stra├čen der stadt geht.

das kleid ist der komplize des hauses.
das kleid f├╝llt sich mit dem nackten fleisch der frau im haus.
das kleid ist haus, das die frau am k├Ârper tr├Ągt, wenn sie au├čer haus geht.
das kleid enth├Ąlt das nackte fleisch der frau auf der stra├če.

das kleid gibt der nackten frau seine form.
das kleid gibt der nackten frau nicht ihre form.
das kleid, das der nackten frau seine form gibt, bestimmt ihr betrachtetwerden.

im kleid wirkt der sinn der herberge.
im leeren kleid wirkt der unsinn der herberge.

der sinn des kleides ist es, das nackte fleisch der frau zu beherbergen.
der sinn des nackten fleisches der frau ist es, dem kleid sich entbergen zu lassen.

f├╝llen erf├╝llt den sinn der herberge.
f├╝llen erf├╝llt den sinn des kleides.
die volle herberge ist sinnvoll.
die volle herberge zeigt vollendet, wonach ihr der sinn steht.

sinnlos ist die leere herberge.
sinnlos ist das leere kleid.
sinn verfehlt sich in der leeren herberge.
sinn erf├╝llt sich in der vollen herberge.
sinn, der sich vollendet, verbraucht sich.

sinnerf├╝llt und derma├čen voll, bedarf die herberge desselben sinnes nicht weiter.
sinnerf├╝llt gibt sich das kleid zu ├Âffnen.

beherbergendes, das nichts beherbergt, ist seinem sinn nach kein beherbergendes.
beherbergendes gewinnt sinn nicht ohne beherbergtes.
beherbergendes ohne beherbergtes ist entweder noch nicht
oder schon nicht mehr beherbergendes.
beherbergendes, von beherbergtem ganz gef├╝llt, verliert seinen sinn.

das ende ist etwas volles.
das ende ist nichts leeres.

etwas, das wird, vollendet sich.
etwas, das wird, leerendet sich nicht.
etwas, das sich vollendet, entleert sich gleichwohl seines sinns nach erf├╝llung.
etwas endet im vollen.

in der vollendung ist das ende etwas volles.
in der vollendung endet das volle.
im vollen endet vollendung.
im vollen findet sinn, sich zu vollenden, sein ende.
im vollen lauert leerer sinn.

leerer sinn trachtet, sich zu f├╝llen.
leerer sinn will voller sinn sein.
im leeren sinn hat eigentlicher sinn sich verloren.
im leeren sinn will uneigentlicher sinn sich gewinnen lassen.

gewordenes ist sediment des werdens.
gewordenes ist fundament f├╝r weiterwerden.
gewordenes, sinnerf├╝llt, breitet sich hin, zum weiterwerden durch fremdgehen bereit.
gewordenes, sinnerf├╝llt, steht zum weiterwerden durch fremdgehen still.

bereits gewordenes, ready made, ist zugleich bereit gewordene: ready maid.
bereits gewordenes ist von haus aus bereite magd.
bereit gewordenem steht der sinn nach sinn und form des fremden.
bereit gewordene sehnt sich aus eigenem her, am fremden sich zu erf├╝llen.

die bereite magd, die in gewordenem haust, sorgt daf├╝r,
da├č es sich willig auf den kopf stellen l├Ą├čt.
die bereite magd, die in gewordenem haust,
will mit ihm vor allem sich selbst auf den kopf gestellt sehen lassen wissen.

gewordenes entsteht gewordenem durch umst├╝lpen.
im umst├╝lpen von gewordenem zu gewordenem ist weiterwerden.
im umst├╝lpen von gewordenem manifestiert sich ein kultureller automatismus.

sinn beheimatet sich in programmatischer erf├╝llung.
sinn, unerf├╝llt, geht nicht fremd.
sinn, erf├╝llt, geht fremd.
sinn, im fremdgehen erf├╝llt, geht weiter fremd.
sinn, einmal vollends fremdgegangen, geht fremder.

der sinn des hauses ist das volle haus.
der sinn des vollen hauses ist leer.
der sinn des vollen hauses ist nicht das leere haus.
der sinn des hauses w├Ąchst aus dem vollen haus auf die stra├če in die stadt.

das kleid erf├╝llt sich seinen sinn mit der beherbergung des nackten fleisches der frau.
das kleid verbraucht seinen sinn in der beherbergung des nackten fleisches der frau.

erf├╝llter sinn geht fremd.
erf├╝llter sinn des kleides macht es sich ├Âffnen.
erf├╝llter sinn des kleides, ready made, gibt die nackte frau, ready maid, frei.

das kleid der frau zu ├Âffnen, hat form.
das kleid der frau zu ├Âffnen, kennt eine ordnung des tuns.
das kleid der frau kommt seinem zerrissenwerden durch den reissverschluss zuvor.

das kleid der frau zu ├Âffnen, kennt keine ordnung des ortes mehr.
das kleid der frau wird nicht mehr nur im haus ge├Âffnet.
das kleid der frau wird genauso auch auf der stra├če ge├Âffnet.

die frau, die ohne kleid aus dem haus des fetischisten auf die stra├če geht, erkennt sofort,
dass es nur noch eine ordnung des ortes gibt, die ├╝berall gilt.
die frau, ohne kleid auf der stra├če, wei├č, da├č vor dem haus genau so wie im haus ist.

im betrachtetwerden wirkt die ordnung der betrachtungsweise.
im betrachtetwerden wirkt der ordentliche gebrauch der betrachtungsweise.

der fetischist liebt den umgang seines hauses mit der nackten frau.
der fetischist liebt im kleid die umgest├╝lpte form der nackten frau.
der fetischist liebt im kleid die umgest├╝lpte form der nackten frau, so sie ihm von ihr,
die wieder auf die stra├če geht, im haus bleibt.

erf├╝llter sinn des kleides geht mit erf├╝lltem sinn des nackten fleisches der frau fremd.
erf├╝llte sinnlosigkeit geht fremder.

der sinn des nackten fleisches der frau erf├╝llt sich,
wenn sich der sinn des kleides nicht erf├╝llt.
der sinn des kleides erf├╝llt sich,
w├Ąhrend es das nackte fleisch der frau auf der stra├če enth├Ąlt.
der sinn des nackten fleisches der frau erf├╝llt sich, wenn sich das kleid ├╝ber ihm ├Âffnet.
der sinn des nackten fleisches der frau bleibt im kleid auf der stra├če unerf├╝llt,
w├Ąhrend sich der sinn des kleides erf├╝llt.

erf├╝llt, geht der sinn des kleides fremd und erf├╝llt sich,
wenn es sich ├╝ber dem nackten fleisch der frau ├Âffnet.
erf├╝llt, geht der sinn des nackten fleisches der frau fremd und erf├╝llt sich nicht,
wenn es ohne kleid aus dem haus auf die stra├če geht.
erf├╝llt im fremdgehen, geht der sinn des kleides fremder und erf├╝llt sich nicht,
wenn es ohne das nackte fleisch der frau leer im haus bleibt.

das kleid der frau, leer im haus, will viel lieber, ihres nackten fleisches voll,
auf der stra├če zerrissen werden.
das nackte fleisch der frau, ohne kleid auf der stra├če,
will viel lieber aus dem kleid auf die stra├če platzen.

das leere kleid der frau wird f├╝r eine geraume zeit des ├╝bergangs noch im haus
zerrissen werden und im haus noch mehr zerrissen werden.
das nackte fleisch der frau wird f├╝r eine geraume zeit des ├╝bergangs noch ohne kleid
auf die stra├če hinaus stehen und ohne kleid noch weiter auf die stra├če hinaus stehen.

von ordentlicher betrachtung des kleides der nackten frau gebrauch zu machen,
wird sinn und zweck des hauses des fetischisten beschlie├čen.
von unordentlicher betrachtung der nackten frau im kleid gebrauch zu machen,
wird sinn und zweck des hauses des antifetischisten er├Âffnen.

nach dem haus des fetischisten wird nachfrage bleiben.
nach dem haus des antifetischisten wird sich nachfrage bilden.

ordentliche betrachtungsweise von kunst, die auf das kunstwerk gekommen ist,
versteht sich jedenfalls von selbst.
unordentliche betrachtungsweise von kunst, die wird, versteht sich keinesfalls von selbst.
die betrachtungsweise, die kunst auf das kunstwerk kommen l├Ą├čt, ist bekannt.
die betrachtungsweise, die kunst nicht auf das kunstwerk kommen l├Ą├čt,
ist noch weitgehend unbekannt.

bekannt ist, da├č ein ordentliches haus gewordenes enth├Ąlt.
bekannt ist auch, da├č ein unordentliches haus kein werden enth├Ąlt.
bekannt ist zudem aber auch, da├č ein unordentliches haus zumindest schon
die herstellung von ordnung erschwert, die sonst so fleissig daf├╝r sorgt,
da├č werden gewordenes zeitigt.

die erst noch zu bauende betrachtungsweise, die ein haus f├╝r kunst, die wird,
anzuwenden vorhat, wird gegen├╝ber kunst, die es bislang gewohnt ist,
auf das kunstwerk gebracht worden zu sein, ebendeshalb keine ordentliche sein d├╝rfen.
die erst noch zu bauende betrachtungsweise, die ein haus f├╝r kunst, die wird,
anzuwenden vorhat, wird im vergleich mit der schon gebauten betrachtungsweise,
die das haus f├╝r kunst, die dadurch auf das kunstwerk gekommen ist,
bereits ├╝berall anwendet, ebendeshalb eine missbr├Ąuchliche zu sein haben.

das haus des fetischisten hat bisher schon kunst zur zeugung von kunstwerk missbraucht.
das haus des fetischisten wird kunst zur zeugung von kunstwerk auch weiter missbrauchen.
das haus des antifetischisten wird den missbrauch von kunst
zur zeugung von kunstwerk missbrauchen m├╝ssen.

der fetischist wird das haus des antifetischisten nur als pervertierte form
seines eigenen hauses erkennen wollen.
der fetischist wird sich aber blind daf├╝r zeigen, im eigenen haus selbst schon
die perverse form zu erkennen, die, durch sein haus zu pervertieren,
der antifetischist gar nicht umhin kommt.
der fetischist, vor dessen augen der bau des hauses f├╝r kunst, die wird,
sein eigenes, das haus f├╝r kunst, die kunstwerk geworden ist, pervertieren wird,
wird die perversion des pervertierten gleichwohl nicht schauen.

der fetischist wird die perverse form der perversen form noch immer
als metapher der liebe zur perversen form verstanden wissen wollen.
der fetischist wird die perverse form, pervertiert, nicht zur metapher der liebe
zur form vor der form sich erkl├Ąren lassen wollen, die sie eigentlich doch ist.

das haus der fetischisten ist die aus liebe zur kunst
gebaute betrachtungsweise des kunstwerks.
das haus des antifetischisten wird keineswegs die aus liebe zum kunstwerk
gebaute betrachtungsweise der kunst sein.
das haus des antifetischisten wird nicht die aus liebe zum haus des fetischisten
gebaute pervertierte form desselben haben.

der fetischist betrachtet das kleid aus liebe zur frau.
der antifetischist aber wird die frau nicht mehr aus liebe zum kleid betrachten.

im umst├╝lpen des hauses f├╝r kunst, die auf das kunstwerk gekommen ist,
wird sich kein kultureller automatismus mehr fortpflanzen.
im umst├╝lpen des hauses f├╝r kunst, die auf das kunstwerk gekommen ist,
wird sich ein kultureller anarchismus auftun.

noch gibt es nur das haus f├╝r gewordenes.
noch gibt es kein haus f├╝r werden.
noch gibt es nur das haus f├╝r kunst, die auf das kunstwerk gekommen ist.
noch gibt es kein haus f├╝r kunst, die wird.

das haus des fetischisten ist dem kunstwerk gewidmet.
das haus des fetischisten hat die kunst auf das kunstwerk kommen lassen.

das haus des antifetischisten wird sich der kunst widmen.
das haus des antifetischisten wird die kunst nicht auf das kunstwerk kommen lassen.

das haus des antifetischisten fehlt noch in der stadt.
das haus des antifetischisten ist noch nicht gebaut.
das haus des antifetischisten muss erst noch gebaut werden.

kunstwerk wird derweil weiterhin geworden sein und bleiben.
kunstwerk aber, das weiterhin geworden sein und bleiben wird,
wird im haus f├╝r kunst, die wird, das erst noch zu bauen ist,
sowenig gezeugt wie ihm hinterlassen werden k├Ânnen.

das haus des fetischisten, das besteht, wird neben dem haus des antifetischisten,
das entsteht, von fall zu fall sogar stehen bleiben m├╝ssen, wegen zuviel kunstwerks,
das sich angesammelt hat.
das haus des fetischisten wird dem haus des antifetischisten
im fall der f├╝lle von schon aufs kunstwerk gekommener kunst
wohl auch k├╝nftig noch beistehen m├╝ssen.

 

ver├Âffentlicht in

eine architektur f├╝r das museum f├╝r werdende kunst

wien / kassel 2000

alle urheberrechte und verwertungsrechte beim autor

© marc mer | vg wort, m├╝nchen | vg bild-kunst, bonn

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